Initiative ist der Anfang von allem …

Wer im Personalmanagement tätig ist, kennt die Problematik: Um die Vakanzen erfolgreich zu besetzen, benötigt man den richtigen Kandidaten zur richtigen Zeit. Häufig ist gerade das nicht der Fall. Oftmals hat man entweder gute Kandidaten, aber keine offene Vakanz oder eine offene Stelle, aber nicht den richtigen Kandidaten. Da hilft manchmal nur etwas Glück, aber auch Vorausschau und die nötige Erfahrung, um Chancen zu erkennen.

Genau so war es auch vor 7 Jahren, als sich eine Frau aus der Nähe von Magdeburg für eine ungelernte Tätigkeit beworben hat. Die Bewerbung ist geprägt von Engagement und vermittelt den Willen, sich aus der Arbeitslosigkeit zu befreien. Es liegt kein aktueller Stellenbedarf vor, wir befinden uns zu dem Zeitpunkt in einer verhaltenen Beschäftigungssituation mit keinen besonderen Aussichten. Dennoch lade ich sie zu einem Vorstellungsgespräch nach Lippstadt ein. Sie kommt zu dem Termin und übernachtet bei einer entfernten Verwandten in einem Lippstädter Vorort. Im Gespräch lerne ich eine Persönlichkeit kennen, die man nicht oft trifft. Nach der Wende in die Arbeitslosigkeit geraten, immer wieder kleinere Jobs in der Umgebung von Magdeburg, Mutter einer damals 13-jährigen Tochter und nie resigniert. Sie ist eine Kämpferin und eine selbstlose Persönlichkeit. Ihr Mann ist Koch, dessen Arbeitgeber mit der Gastwirtschaft vor kurzem gescheitert ist, so dass auch er nun auch arbeitslos ist. Die Tochter, top erzogen und selbstständig, kann mit ihrem Vater alleine den Familienhaushalt „schmeißen“.

Zunächst, wie gesagt, keine guten Aussichten, daher verabreden wir uns auf Zuruf. Schon nach kurzer Zeit habe ich die Möglichkeit, Sie für ein Praktikum in der Produktion gewinnen zu können. Doch auch nach dieser Zeit ist noch nicht klar, wann wir sie tatsächlich einstellen können. Sie kehrt zurück zu Ihrer Familie, doch schon nach kurzer Zeit habe ich eine passende Stelle frei. Natürlich muss diese kurzfristig besetzt werden. Ob das klappt? Sonja S. zeigt sich kurzentschlossen und kommt übers Wochenende her, übernachtet vorerst in einer Pension und steht wie verabredet am Montagmorgen um 8:30 Uhr bei mir im Büro. Die Arbeit beginnt für sie am kommenden Morgen in der Frühschicht.

Die Wochen vergehen und die Rückmeldungen, was für eine motivierte und leistungsorientierte Montiererin sie ist, sprechen für sich. Sie reißt ganze Schichten mit und setzt sich für Kolleginnen ein. Sie wird die erste Mitarbeiterin, die nach Abstimmung mit dem Fabrikleiter mehrfach Sonderprämien erhält.

Dann lerne ich bei einem Mitarbeitergespräch auch ihren Mann kennen. Die beiden passen gut zusammen, er ruht in sich – Typ stressresistent, jedoch ahnt man auch sein fachliches Können. Ansonsten erfahre ich auch von Schwierigkeiten im Alltag: getrennt, nur ab und zu ein gemeinsames Wochenende, wohnen in einer Pension in Lippstadt und dazu noch die Probleme, die Töchter in dem Alter nun mal machen können.

Ein halbes Jahr nachdem sie hier Ihre Arbeit aufgenommen hat, folgt ihre Familie ihr nach Lippstadt, sie finden eine neue Wohnung und auch für den Mann können wir etwas tun: Er wird bei einem Kunden in der Gießerei eingesetzt. Für einen gelernten Koch eine neue Erfahrung: „Er kam das erste Mal mit schwarzen Fingern nach Hause, aus der Küche war er das gar nicht gewohnt“, erinnert sich Sonja S., aber auch er zeigt vollen Einsatz. Als ich dann die Anforderung einen Koch für das Betriebsrestaurant zu finden bekomme, weiß ich sofort, wen ich dafür einsetzen kann. Alles klappt, er macht einen guten Job.

Nach einiger Zeit werden beide vom Kunden unbefristet übernommen. Sie ist heute im Betriebsrat bei Ihrem neuen Arbeitgeber, er ist verantwortlicher Koch des Betriebsrestaurants mit täglich 600 Essen, ihre Tochter absolviert eine Ausbildung im Pflegebereich.

Weitere Informationen auf der avitea Internetseite …